Caritas wächst in allen Bereichen
So groß war die Caritas noch nie: Knapp 740.000 Mitarbeitende arbeiten in sechs verschiedenen Aufgabenbereichen. Das zeigt die aktuelle Zentralstatistik des Deutschen Caritasverbandes. Alle zwei Jahre gibt sie einen Überblick über das breite Tätigkeitsspektrum im gesamten Verband.
Die Anzahl der Mitarbeitenden ist in jedem der sechs erfassten Bereiche in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.
Alle Bereiche sind seit der letzten Erhebung angewachsen. In der Gesundheitshilfe sind weiterhin die meisten beschäftigt.
Am stärksten hat die Zahl in der Kinder- und Jugendhilfe zugelegt: seit 2010 um 57 Prozent. Hier haben sich insbesondere das Angebot in der Kleinkindbetreuung, Betreuungsangebote an Grundschulen sowie die intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung (nach § 35) ausgeweitet.
Diese Anzahl an Mitarbeitenden macht die Caritas zum größten Arbeitgeber in der freien Wohlfahrtspflege.1 Fast 40 Prozent der in der Wohlfahrtspflege Beschäftigten arbeiten unter ihrem Dach. Bezogen auf alle Beschäftigten in Deutschland macht der Anteil der Caritasmitarbeitenden immer noch 1,7 Prozent aus.2 Das sind fast so viele wie in der Automobilbranche.3
Einrichtungsstruktur: stark in der Kinderbetreuung
Das Leistungsspektrum der Caritas wird im Einrichtungsartenschlüssel der Zentralstatistik abgebildet. Über alle Einrichtungsarten hinweg sind im Deutschen Caritasverband 25.453 Einrichtungen und Dienste zusammengefasst. Im Vergleich zur Erhebung aus 2020 sind das etwa 500 Einrichtungen mehr.
Fast die Hälfte der Einrichtungen und Dienste sind in der Kinder- und Jugendhilfe verortet, der größte Teil davon sind Kindertagesstätten. Neben diesen gibt es eine große Anzahl an Altenpflegeeinrichtungen (1700) und ambulanten Pflegediensten (1000) in katholischer Trägerschaft.
Zusätzlich werden die Angebote in Einrichtungstypen nach stationären Einrichtungen, Tageseinrichtungen, Dienste der offenen Hilfen und in Aus- und Fortbildungsstätten unterteilt. Mit 47 Prozent machen die Tagesangebote die größte Gruppe aus, während die stationären Angebote 17 Prozent stellen.
Caritas ist weiblich und stark in der Ausbildung
Die Tatsache, dass Care-Arbeit in erster Linie von Frauen übernommen wird, spiegelt sich auch in der mit 81,7 Prozent relativ hohen Frauenquote wider.
: Nur jeder fünfte Beschäftigte ist ein Mann. Besonders hoch ist der Frauenanteil in der Familienhilfe.
Lediglich bei den Angeboten des Malteser Hilfsdienstes, in den Rettungswachen und in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung arbeiten fast gleich viele Männer und Frauen. Bei den Dorfhelferinnenstationen liegt der Frauenanteil sogar bei 100 Prozent.
Von den 740.000 Mitarbeitern arbeiten 64 Prozent in Teilzeit. In der Familienhilfe liegt der Anteil sogar bei fast 80 Prozent.
Eine hohe Teilzeitquote beherrscht alle Tätigkeitsbereiche.
Mit circa 48.900 Auszubildenden, die sich auf 6516 Betriebe aufteilen, kümmert sich die Caritas auch um ihren Nachwuchs. Über 60 Prozent werden in der Gesundheitshilfe ausgebildet, mit fast 20 Prozent ist der nächste große Anteil in der Altenhilfe tätig. Die Anzahl der Auszubildenden ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Der Anteil der Auszubildenden bei der Caritas im Vergleich zur Gesamtzahl aller Auszubildenden in Deutschland liegt bei vier Prozent.4
Trägerstruktur: mehr kleine als große Träger
Insgesamt erfasst die aktuelle Statistik rund 6000 Träger von Einrichtungen und Diensten. Die meisten Träger (71 Prozent) haben weniger als 50 Mitarbeitende. Ein Viertel beschäftigt 50 bis 500 Mitarbeitende. Etwa drei Viertel der Träger haben ein Angebot in der Kinder- und Jugendhilfe in ihrem Einrichtungsportfolio. Das wichtigste Arbeitsfeld hier sind die Kindertagesstätten: 65 Prozent aller Träger sind hier tätig. 57 Prozent sind sogar ausschließlich Träger von einer oder mehreren Kindertagesstätten.
Zur Zentralstatistik
Wie werden die Daten erhoben?
Die Daten für die Zentralstatistik erhält der Deutsche Caritasverband von den Diözesanverbänden und Einrichtungen in der Caritas. Die Rücklaufquote lag mit 87,7 Prozent auf einem hohen Niveau. Für die fehlenden Einrichtungen und Dienste konnten in 55 Prozent der Fälle Werte aus dem Vorjahr herangezogen werden. Für die übrigen rund 1400 Einrichtungen und Dienste wurden die Daten auf Basis der rückgemeldeten Daten geschätzt und hochgerechnet.
1. BAGFW: Gesamtstatistik 2020. Online unter:
https://tinyurl.com/nc15-24-bagfw-statistik
2. Statistisches Bundesamt: Im Jahr 2022 waren 41,548 Millionen Menschen erwerbstätig (ohne Selbstständige).
3. Statistisches Bundesamt: Beschäftigte und Umsatz der Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe, 2024. Online unter:
https://tinyurl.com/nc15-24-genesis
4. Statista: Anzahl der Auszubildenden in Deutschland von 1950 bis 2022. Online unter: https://tinyurl.com/nc14-24-azubis