Die Einrichtungen und Dienste der Caritas beobachten seit Jahren einen starken Anstieg der von Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen. Längst wird das Menschenrecht auf Wohnen nicht für alle Menschen in Deutschland eingelöst. Wie viele Menschen in Hessen wohnungslos sind, wird statistisch bislang nicht erfasst. Die Stichtagserhebung der Wohnungslosenhilfe der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen e. V. gibt Aufschluss über die Anzahl derer, die an einem bestimmten Stichtag die Dienste und Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe der Liga-Verbände in Anspruch nehmen bzw. aufsuchen. Die Daten dieser Stichtagserhebung aus dem Jahr 2018 weisen zum einen auf den hohen Anteil junger Menschen bis 27 Jahren unter den Wohnungslosen hin (15 Prozent). Gleichzeitig leben immer mehr ältere Menschen auf der Straße. 7,1 Prozent der Hilfesuchenden waren älter als 64 Jahre. Auf ihre Bedürfnisse müssen sich die Einrichtungen und Dienste künftig einstellen. Insgesamt haben am Stichtag im vergangenen Jahr 3.901 Personen die teilnehmenden Einrichtungen und Dienste der Wohnungsnotfallhilfe in Hessen in Anspruch genommen.
Wichtiger denn je ist die Einführung einer landesweiten Wohnungsnotfallstatistik, die Aufschluss über Umfang und Struktur der Wohnungslosigkeit in Hessen gibt, Problemlagen deutlich macht und damit die Erarbeitung adäquater Hilfestrategien für Menschen in entsprechenden Notlagen möglich macht.
Elementar ist darüber hinaus eine bessere Wohnraumversorgung besonders für einkommensschwache Gruppen. Wir brauchen eine Politik, die ausreichend bezahlbaren Wohnraum schafft! Dazu muss insbesondere der soziale Wohnungsbau weiter gestärkt werden.
Kontakt: Stefan Baudach, Referent Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, E-Mail: stefan.baudach@dicv-limburg.de; Telefon: 06431 997-174.
Die Pressemitteilung mit weiteren Informationen des Deutschen Caritasverbandes finden Sie hier.